Strickstoffe vernähen leicht gemacht – 8 Tipps

Ich habe eine Liste an Dingen, die ich erleben oder lernen möchte, bevor ich 30 werde. In fast zwei Jahren ist es soweit und ich habe fast alles, was auf der Liste steht schon umgesetzt. Doch da ist eine Sache, die mir noch fehlt. Willst du wissen welche?

Stricken lernen. Leider beherrsche ich bisher noch nicht einmal die Grundsätze. Solange werde ich einfach Strickstoffe vernähen.

Doch besonders die gröberen Strickstoffe als Meterware sind nicht immer leicht zu vernähen. Oft ribbeln die Maschen auf oder die Stoffe verziehen sich. Besonders mit der normalen Nähmaschine ist es sehr schwierig, ein ordentliches Ergebnis zu erzielen.

Strickstoffe vernähen ist trotz aller Mühe eine tolle Art, um einen wunderschönen Pulli oder Cardigan zu zaubern, der nahezu aussieht wie selbstgestrickt.strickstoffe vernähen

Um dir das Nähen von Strick so einfach wie möglich zu machen, bekommst du hier meine besten Tricks und Kniffe zum Vernähen von Grobstrick:

Top 8 Tipps „Strickstoffe vernähen“

  1. Stoff vorwaschen und im Liegen trocknen

klingt irgendwie nach keinem richtigen Tipp und ist total banal? Dem ist nicht so. Wie oft hast du schon einen Stoff sofort vernäht, ohne ihn vorher zu waschen? Wenn du bisher immer Glück hattest, ist er dir noch nie total verzogen oder gar eingelaufen. Bei Strick ist es so, dass er total empfindlich ist. Besonders bei einem Wollanteil oder gar 100% Wolle, ist es so, dass die Stoffe gern verziehen oder bis zu 10% einlaufen. Deswegen ist es hier besonders wichtig die Stoffe zu waschen. Trockne deinen Stoff anschließend im Liegen, um Beulen zu vermeiden. du musst nicht unbedingt mit der Hand waschen, aber es empfiehlt sich auf jeden Fall der Wollwachgang und ein ordentliches Wollwaschmittel (das verhindert auch, dass dein Pulli kratzt).

 

2.  Nicht zu fest am Stoff ziehen

Leg deinen Stoff zunächst auf den Zuschneidetisch (oder den Wohnzimmerfussboden, je nachdem ;)). Dann lässt du ihn einen Moment ruhen, damit er wieder in seine ursprüngliche Form zurück gleiten kann. Wenn du deine Schnitteile platzierst und deinen Stoff zuschneidest, darfst du keinesfalls zu sehr an deinem Stoff ziehen, da sich die Maschen sehr leicht auflösen und der Stoff sich leicht verzieht. Versuche deinen Stoff so wenig, wie möglich zu bewegen. Hat er sich doch verzogen? Ein wenig in die Länge ziehen.

 

3.  Schere oder Rollschneider?

Ich bin definitiv Team Schere. Doch besonders bei etwas dünnerem Stick oder Bündchenware, hat sich der Rollschneider bewährt. Lange Strecken lassen sich mit dem Rollschneider leichter schneiden. Doch egal für welche Art des Werkzeugs du dich entscheidest, es gilt folgende Grundregel: Bitte nur scharfes Werkzeug benutzen. Meine Stoffschere begleitet mich nun viele Jahre und sie war nicht besonders teuer. Wenn ich merke, dass sie wieder etwas stumpf wird, schärft mein Mann sie für mich. Es muss also nicht immer die super teure Schere sein.  Besonders bei dicken Strickwaren, ist es ein MUSS , dass deine Schere auch scharf ist, andernfalls wirst du besonders bei zwei Lagen keine Chance haben.

 

4. Sprühstärke, um ausfransen und ribbeln zu vermeiden

Hast du schon mal Sprühstärke benutzt? Nein? Dann jetzt aber schnell in die Drogerie und eine Falsche gekauft. Es wirkst Wunder bei stark fransenden und ribbelnden Stoffen. Sprühstärke ist wie ein Kleber, der deine Stoffteile etwas härter macht. Dafür schneidest du deine Schnitteile zu und sprühst sie an den Rändern (einmal Drumherum) mit der Sprühstärke ein. Jetzt muss du etwas warten (ca. 10 Minuten). Im Anschluss ist dein Schnitteil etwas fester und ribbelt weniger. Du kannst es leichter vernähen.

 

5. Vorsicht mit dem Bügeleisen!

Du solltest das Bügeleisen niemals über den Stoff schieben. Es ist wichtig, das du dein Bügeleisen nur leicht über den Stoff gleiten lässt. Andernfalls würde der Stoff verbeulen und du hättest im aller schlimmsten Fall Abdrücke des Bügeleisens, da du die Fasern mit der Hitze platt drückst. In vielen Fällen reicht es aus, den Stoff nur zu dämpfen.

 

6. Maskingtape als Wunderwaffe!

Der Stoff ist sehr grob und verzieht sich beim Nähen wie verrückt? Dann habe ich eine Wunderwaffe für dich: Maskingtape! Besprühe zunächst die Ränder deiner Schnitteile mit Sprühstärke, wie in Punkt 4. beschrieben. Anschließend nimmst du Maskingtape (oder ein anderes, leicht abziehbares Klebeband) und beklebst deine Schnitteile mit einem Randabstand von 1 cm (deine Nahtzugabe) mit Maskingtape. Das heißt, du lässt 1cm Platz vom Rand und klebst dann einmal drumherum Klebeband um dein Schnitteil. Das Klebeband wirkt wie eine Barriere beim Nähen und verhindert, dass der Stoff sich verzieht oder ribbelt. Wenn du fertig bist mit Nähen, ziehst du es ganz einfach von der Naht nach Außen hin ab.

 

7. Einstellungen an der Nähmaschine

Jede Nähmaschine ist anders und es ist zugeben sehr schwierig, einen sehr dicken Strick mit der normalen Haushaltsmaschine zu nähen. Möchtest du es dennoch versuchen, habe ich ein paar Einstellungen für dich, die sich bei meiner Maschine bewährt haben:

  • Probestück nähen!!!
  • Schnitteile zuvor mit der Overlock oder dem Zickzack versäubern (alle Schnitteile einzeln)
  • Stichlänge 3,5 mm
  • Nähfußdruck etwas runter schrauben (weniger Druck, damit der Stoff besser transportiert wird)
  • Universalnadel in der Stärke 90
  • Geradstich verwenden

–> Die Einstellungen sind nur Empfehlungen, die für mich gut funktionieren. am Besten du nimmst meine Empfehlungen als Ausgangsbasis und probierst dich an deinem Probestück zunächst etwas aus.

 

8. Overlock als Allheilmittel

Du besitzt eine Overlock? Wunderbar! Dann näh deinen Strick unbedingt mit der Overlock und nicht mit der normalen Nähmaschine. Der Stoff wird mit dem Differentialtransport der Overlock bedeutend besser transportiert und lässt sich wesentlich einfacher vernähen.

 

Probiere dich einfach ein wenig aus und berichte mir gern von deinem ersten Strickpulli.

 

PS. Mein Mann hat mir zuerst gar nicht geglaubt, dass ich den Pulli selbst genäht habe. Er dachte es sei ein gekaufter Strickpulli. Ein schönes Kompliment, wie ich finde.

 

Schnittmuster:

# Pulli: Oversize Pulli eine Nummer Größer zugeschnitten, weil der Stoff so dick ist

# Bluse: Burda Schnitt

# Hose: Skinny Jeans

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5 Responses
  • Bine
    November 28, 2017

    Liebe Kira,

    vielen Dank für die Tipps! Gerade für deinen Oversize-Pulli habe ich irgendwie immer Strickstoff im Kopf, aber mich bisher nicht rangetraut, da ich nur eine normale Nähmaschine habe. Aber wer weiß, vielleicht ja jetzt?
    Liebe Grüße
    Bine

  • Julia
    November 28, 2017

    Der ist ganz toll Wo hast du den Stoff her und wie hast Du gesäumt?

  • Romy
    November 28, 2017

    Herzlichen Dank für die vielen Tipps! Rei mich schon aufs strick-nähen❤

  • Romy
    November 28, 2017

    Herzlichen Dank für die vielen Tipps! Freu mich schon aufs strick-nähen❤ liebste Grüsse

  • Bianca
    November 29, 2017

    Sind die Bilder zufällug in Schwicheldt entstanden? 😉

    LG

Ich freue mich über deinen Kommentar zu meinem Blogpost

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