Vom Würstchen zum Schwan – oder – Ich find mich gut

Hinter dem großen Wörtchen Schönheit verbergen sich ganz viele Begriffe. Was genau Schönheit für mich bedeutet, habe ich euch im letzten Beitrag wissen lassen.

Zu welcher Gruppe Schüler hast du in der Schule damals gehört?

Es gibt die Streber, die Unsichtbaren, die Mitläufer und die Coolen. Ich habe ganz klar zu den Mitläufern gehört. Das hört sich ziemlich niederschmetternd an, ist aber so. Ich behaupte auch mal, dass das die Schlimmsten von allen sind.

Du bist nicht cool und auch nicht unsichtbar. Eigentlich tust du alles, um cool zu sein, schaffst es aber nie. Denn eigentlich bist du nur ein kleines Würstchen, was sich versucht in einen Anzug zu pressen, der eigentlich für einen Blumenkohl entworfen wurde. Die Schulzeit war eine schlimme Zeit für mich. Die Pubertät ist ohnehin kein Zuckerschlecken und dann hatte ich massive Probleme zuhause. In der Schule versuchte ich irgendwie „dazu zu gehören“. Allerdings gelang es mir nie. Vielmehr habe ich mich zum Gespött gemacht.

Zu einer Gruppe gehören und Stärke spüren, ist das was Menschen suchen. Wir sind Rudeltiere. Heute ist meine eigene Familie mein Rudel. Und wenn ich über die Jahre nicht etwas ganz Wichtiges gelernt hätte, wäre ich hier genauso kläglich gescheitert, wie damals in der Schule.

Und genau darum soll es hier gehen.

Nämlich :

Wie ich es geschafft habe, mich gut zu finden, wie ich bin

Oft ist es so, dass wir Menschen uns selbst blockieren. Wir pressen uns selbst in Weltbilder und zwingen uns Dinge zu tun, weil „man“ es eben so tut. Aber wer ist eigentlich dieser „man“ und wieso sollten wir uns danach richten?

Kinder kommen als kleiner Rohling auf die Welt. Sie leben frei und wild, bis Eltern, Erzieher und die Schule anfangen sie in die vermeintlich richtige Richtung zu pressen. Dabei ist es so, dass ein Kind in der Regel genau weiß, was gut für es ist. Wie sagte Picasso so schön:

Kinder sind Künstler. Die Kunst ist es als Erwachsener einer zu bleiben.

Die Kunst ist es vor allem sich selber als Erwachsener den Druck zu nehmen. Ein wenig mehr Leichtigkeit in den Alltag zu integrieren und den Weg zu sich selbst wieder zu finden. Lass das, „das macht man nicht“, ein wenig leiser werden und fang an dich selbst ein bisschen mehr zu spüren.

Wut und Trauer gehören zu unserem Alltag dazu. Ich musste das lernen zu akzeptiere und auch heute fällt es mir oft schwer. Es heißt unser Alltag als Mutter, Geschäftsführerin, Angestellte, Freundin und Ehefrau fordert, dass wir funktionieren. Doch richtig ist: Du verlangst das von dir, niemand sonst!

Ich habe ein paar Dinge zusammen gefasst, die mir auf dem Weg zu einem besseren Gefühl für mich geholfen haben und die dafür sorgen, dass ich mich jeden Tag ein wenig wohler in meiner Haut fühle.

  • Statt dich im Spiegel zu betrachten, erfühle dich. Schließe deine Augen und ertaste deine Arme, deine Beine, dein Gesicht. Stell dir vor, deine Füße haben Wurzeln, die fest im Boden verankert sind. Du siehst die Wurzeln wachsen und siehst damit deine Stärke, mit der du auf der Welt bist. Denn du kannst alles schaffen. (Und nein, ich bin nicht esoterisch angehaucht) 😉
  • Wenn du mit dir im Reinen bist, sehen die Menschen um dich herum nicht die Pickel in deinem Gesicht, sondern dich als Gesamtpaket. Das kann kein Makeup der Welt aus dir herausholen.
  • Haben sich Trauer oder Wut in dir angestaut, etwa durch  viel Arbeit, Streit oder ähnliches, suche dir einen Ort, an dem du alles einmal heraus schreien kannst. Egal ob dir zu lachen, weinen oder schreienn zumute ist; Lass es raus! Das Gefühl, danach ist unglaublich befreiend und dann kannst du dich damit auseinandersetzen, wie es weiter geht.
  • Yoga hilft sehr, um mehr Ruhe zu finden. Es ist nicht nur die Bewegung, auch die Atemübungen helfen sehr dabei ausgeglichener zu werden.
  • Nimm dir Zeit für etwas mehr Sinnlichkeit. Creme dich in Ruhe ein (besonders die Zonen, die dir nicht so sehr an dir gefallen), geh in Ruhe baden oder geh in dir Sauna.
  • Eine Ernährungsumstellung hilft sehr, auch wenn du nicht abnehmen möchtest. Gewichtsprobleme hatte ich noch nie, aber seit ich vor zwei Jahren begonnen habe, sehr gesund zu essen, fühle ich mich einfach wohler und ausgeglichener. Trotzdem gehören Süßigkeiten zu meinem Alltag. Ich genieße sie nur mehr.

Es gibt diese „bad hair days“ und diese „heute ist alles kacke Tage“. Um die soll es hier aber auch nicht gehen. Es geht vielmehr um deine Einstellung zu dir und zu deinem Leben. Es geht darum Chancen zu sehen und aus den Steinen auf unseren Wegen etwas schönes zu bauen (danke für den Spruch Katha). Stecke nicht den Kopf in den Sand,  wenn deine Nase schief ist. Denn du bist besonders, so wie du bist.

Das alles zu lernen und ganz tief in unserem Herzen aufzunehmen, ist ein Prozess. Es gehört einiges dazu und das, was ich hier schreibe ist nur ein ganz kleiner Beginn dessen. Doch Rom ist auch nicht an einem Tag erbaut. Wenn du jahrelang negative Glaubenssätze verinnerlicht hast, werden sie nicht an einem Tag weichen.

Im nächsten Beitrag geht es um mein Lieblingsthema: Zielsetzung. Jeder kann im Leben alles erreichen, wovon er träumt. Davon bin ich überzeugt. Auch die innere Schönheit.

Und das Kleid?

Genäht habe ich hier ein Kleid nach einem Schnitt, den ich aus der Not heraus für mich konstruiert habe. Mein Stoff hat für das eigentliche Projekt nämlich vorn und hinten nicht gereicht. Der Stoff ist ein Viskosejersey und ich fühle mich super wohl in dem Kleid. Am Saum habe ich Volants mit einem Rollsaum angenäht. Was sagt ihr zu meinen grünen „Selbstliebe Kleid“? Habt Ihr Lust auf den Schntt in meiner Schnittkollektion für diesen Sommer?

Herzlichst

Eure Kira  

the coutureschönheit

Stoff: Viskosejersey in der Farbe Oliv von der Stoff Handel

Schnittmuster: vielleicht eines meiner Sommerkollektion 2017 (noch Namenlos)

Verlinkung: RUMS

No tags
3 Responses
  • Fredi
    Februar 16, 2017

    Das Kleid ist wunderschön, das würde ich sofort nachnähen, Ohja!
    Ich finde deine Reihe über Schönheit sehr inspirierend, Danke dafür!
    Liebe Grüße, Fredi

  • Sarah
    Februar 22, 2017

    Jaaaa ein wirklich toller Schnitt!!! Ich bin für die sommerkollektion.

  • Caro
    März 1, 2017

    Ein sehr schöner Text! Ich bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen und bewundere dein Näh-Talent! Wirklich sehr schöne Sachen 🙂
    Hätte ich Zeit für noch ein Hobby, hättest du mich sofort mit dem Nähen angesteckt 😉

    Liebe Grüße von Caro

Ich freue mich über deinen Kommentar zu meinem Blogpost

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.