Hosen nähen – So wählst du die richtige Größe

Am 01.01.2017 startete ich in mein shoppingfreies Jahr. 365 Tage ohne shopping hieß es für mich. Das war für mich als hardcore Shoppingqueen wirklich eine große Hürde und ich musste mich meiner großen Angst stellen: Eine Hose nähen!

Vielmehr möchte ich euch erzählen, dass schon im Januar meine Lieblingsjeans nicht mehr zu retten war. Völlig verbeult und verwaschen war mein liebstes Stück nun.

Schon in 2016 habe ich sehr oft mit dem Gedanken gespielt mir eine Jeans zu nähen und hatte auch echt Lust darauf. Nur irgendwie war dieses „Hosenthema“ bei mir noch etwas mit Angst behaftet. Mit Hosen hatte ich einfach noch nicht so viel Erfahrung und wirklich Respekt davor. Außerdem gibt es einfach noch nicht so viel auf dem deutschen Markt (was ich auch verstehe). An Burda und Hosen wollte ich mich einfach nicht wagen, die Sache war mir zu riskant.

Auf der Suche nach einem passenden Schnittmuster bin ich immer wieder auf englische Anleitungen und Schnitte gestoßen. Mein Englisch ist wirklich nicht schlecht, aber beim Nähen bevorzuge ich deutsche Schnitte und Anleitungen. So vergingen mehrere Wochen.

Über die letzten Monate ist der Jeansworkshop zu einem echten Herzensprojekt geworden und eine Sache ist bei mir hängen geblieben:

Eine Hose nähen ist nicht schwer – wenn man weiß, wie es geht.

Leicht gesagt oder? Der Schlüssel liegt darin, dass man wissen muss, wie es geht. Und genau da liegt auch das Problem. ich habe Wochen gebraucht, bis ich meine Hose so in den Händen hielt, wie ich sie haben wollte. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich mir jedes „Häppchen“ zusammen suchen musste. Und dazu hat doch wirklich Niemand Lust oder? Ich glaube, dass auch dort die größte Hürde liegt.

Jetzt gibt es allerdings noch etwas, was nicht nur bei Hosen, sondern bei jedem Schnittmuster eine Rolle spielt: Die Größenwahl.

„Aber welche Größe nehme ich denn jetzt?“

Kaum einer von uns passt mit allen Maßen in die Größentabellen. In der Regel sind Schnittmuster auf deutsche Konfektionsgrößen festgelegt.

Wenn du eine Hose nähen möchtest, kannst du mit ein paar einfachen Tricks herausfinden, welche Größe die beste Ausgangsbasis bildet:

Das entscheidende Maß bei der Größenwahl ist immer der Hüftumfang (HU) oder auch Gesäßumfang genannt.

Hose nähen

Es gibt unzählige (meist super komplizierte) Arten maßzunehmen für eine Hose. Mit der folgenden Vorgehensweise habe ich das Ganze für mich vereinfacht und bisher immer die passende Größe  gefunden:

  1. Nimm zunächst die Maße, die du rechts in der Zeichnung sehen kannst. Dabei wird der Hüftumfang, der Oberschenkel- und Wadenumfang jeweils an der stärksten Stelle gemessen. Vergleiche auch den Taillenumfang, besonders bei einer hoch sitzenden Hose.
  2. Vergleiche nun deine Maße, mit den angegebenen Maßen in der Maßtabelle deines Schnittmusters.
  3. Wähle die Größe, die deinem Hüftumfang am nächsten kommt.
  4. Bei starken Abweichungen an den Oberschenkeln (1-2 Größen mehr), änderst du das Schnittmuster entsprechend ab. Wenn du noch unsicher bist, was Änderungen angeht (das also noch nie gemacht hast), ist es ratsam zunächst mehr Nahtzugabe an das Schnittmuster zuzugeben.
  5. Jetzt musst du zunächst die vorderen Taschen heften. Anschließend heftest du deine Hose mit dem längsten Stich deiner Nähmaschine. Achte darauf, beim Nähen deine Nahtzugabe einzuhalten.
  6. Probier deine Hose an. Schau dir im Spiegel an, wo sie noch nicht optimal sitzt. Durch die großzügige Nahtzugabe (siehe Schritt 4) ist es möglich die Hose noch etwas weiter zu machen, sofern sie zu eng ist.

 

Grundsätzlich gilt also der Hüftumfang als entscheidend, da er die Basis für eine gut sitzende Hose bildet. 

Oft kommt es zu Abweichungen an der Taille , was dazu führt, dass die Hose im Umfang zu groß oder zu eng ist. Das ist leicht in den Griff zu kriegen. Das Gleiche gilt auch für einen zu weiten Oberschenkel oder zu enge Waden. Schwieriger wird es jedoch, wenn der Hüftumfang nicht passt.

Es gibt natürlich noch viele weitere Maße, die du nehmen kannst. Meine Methode zur Größenwahl ist stark vereinfacht, jedoch eine zuverlässige und einfache Art eine gute Ausgangsbasis zu finden, wenn du dich nicht stundenlang damit aufhalten möchtest, Maße zu nehmen und Schnitteile auszumessen. 

Es wird kaum möglich sein, ein Hosenschnittmuster zu finden, an dem du keinerlei Änderungen vornehmen musst. In meinem Jeansworkshop findest du eine einfache Anleitung für die gängigsten Passformprobleme bei Hosen.

 

 

 

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