10 Tipps zum Stoffe kaufen im Internet

Stoffe kaufen im Internet ist ein heikles Thema. Bei Kinderjerseys mag es noch gehen, aber wenn du Damenkleidung nähst, kannst es schon mal passieren, dass du ordentlich auf die Nase fällst.

Du bestellst Stoffe im Internet und wartest gespannt auf dein Paket. Der Schweiß steht dir auf der Stirn und du fragst dich, ob der Stoff auch so ist, wie du ihn erwartest. Dann kommt der Moment der Wahrheit, du reißt das Paket auf und bist maßlos enttäuscht, denn der Stoff ist ganz anders, als du ihn dir vorgestellt hast. Möglicherweise eignet er sich noch nicht einmal für das geplante Projekt.

Die große Enttäuschung

Letztens ist es mir passiert. Ich habe 2,5 Meter Stoff bei einem großen Stoff Onlineversand bestellt. Daraus wollte ich mir einen Cardigan nähen. Als der Stoff ankam, war ich sehr enttäuscht. Er war ganz anders, als auf dem Bildschirm. Das kurzflorige Fellimmitat sah aus, wie eine billige Kuscheldecke in einer grauenhaften Farbe

Bei mir um die Ecke gibt es leider nicht besonders viele Läden, in denen ich Stoff einkaufen kann. Wir wohnen mitten in der Pampa und die nächsten größeren Stoffläden sind einfach zu weit weg. Da mein Kopf vor Ideen übersprüht, bestelle ich Stoffe oft im Internet.
Damit dir die nächste Enttäuschung erspart bleibt, habe ich folgendes für dich zusammen gefasst:
Stoffe kaufen im internet

10 Tipps zum Stoffe kaufen im Internet

  1. Achte auf das Gewicht der Stoffe – In einigen Onlineshops wird das Gewicht der Stoffe (pro m²) angegeben. Daran kannst du erkennen, wie der Stoff später fällt. Ein Jersey mit 150g/m² ist beispielsweise sehr dünn. Du kannst als Richtlinie einen Stoff nehmen, von dem du die Beschaffenheit kennst. Vielleicht einen, den du Zuhause hast. Wenn du damit keine Erfahrung hast, erscheint es anfangs etwas schwierig. Aber je länger du auch auf das Gewicht des Stoffes achtest, desto mehr wird es dir helfen. Für mich ist das der wichtigste Punkt und mein Entscheidungskriterium Nummer eins.
  2. Wie sieht die Rückseite aus? – Schau, ob es ein Bild von beiden Seiten des Stoffe gibt. Bei vielen Projekten ist es egal, wie der Stoff auf der anderen Seite aussieht. Bei einer ungefütterten Jacke oder einem Cardigan ist es schon sehr von Bedeutung.Außerdem sagt es auch etwas über Qualität und Haltbarkeit des Stoffes aus, wenn der Stoff beispielsweise durchgefärbt ist.
  3. Kaufe immer gezielt für ein Projekt  – In den weiten des Internets gehen gern einmal mehrere Stunden drauf. Du suchst und stöberst in unterschiedlichen Shops und findest immer wieder etwas Neues, was dich interessiert. Doch am Ende ist die Gefahr groß, dass du für dein eigentliches Projekt etwas vergessen hast oder den richtigen Stoff doch nicht gefunden hast. Jedes mal, wenn ich etwas „noch dazu“ gekauft habe, um zum Beispiel Versandkosten zu sparen, weil ein bestimmter Bestellwert überschritten ist, habe ich es am Ende doch nicht genutzt. Das sind am Ende immer die Leichen in meinem Stoffregal gewesen (von Schnittmustern und Kurzwaren gar nicht zu reden). Fokussiere dich auf dein Projekt. Dann nähst du es auch, wenn die Stoffe ankommen.
  4. Achte auf die Breite des Stoffes – Wer viel Jersey und Sweat vernäht, ist daran gewöhnt, dass die Stoffe eine Mindestbreite von 140 cm haben. Doch besonders bei Modestoffen ist es so, dass die Stoffe oft weniger breit sind. Achte also besonders auf die Breite der Stoffe, damit du am Ende nicht zu wenig Stoff hast.
  5. Wie hoch ist der Rapport? Wie groß ist das Muster? – Stell dir vor, du bestellst einen schönen Blumenstoff und möchtest ein Kleid daraus zaubern. Ein großes Blumenmuster wirkt ganz anders, als ein Kleines. Achte daher darauf, dass die Größe des Musters auch mit deinen Vorstellungen übereinstimmen. Oft liegt ein Baustein oder ein Maßband mit auf dem Bild, damit du die Größe besser zuordnen kannst.
  6. Die Farbdarstellung auf dem Bildschirm und im Original – Es ist wohl eine der größten Herausforderungen für einen Stoffhändler, die es gibt: Die Farbdarstellung der Stoffe. In den meisten Fällen stimmen die Farben einigermaßen überein, oft aber auch nicht. Es gibt kein Patentrezept dafür, dass die Farbe auch wirklich der entspricht, die du auf dem Bildschirm siehst, denn jeder Bildschirm stellt Farben anders da. Daher verlasse dich niemals darauf, dass die Farbe genauso aussieht, wie du sie am PC gesehen hast. Sollte es allerdings einmal ein riesiger Unterschied sein (ein grau ist plötzlich blau), scheue dich nicht, den Händler deinen Vertrauens zu kontaktieren.
  7. Augen auf beim Denimkauf – Das Gewicht von Denimstoffen wird in oz (Unzen) angegeben. Das Gewicht ist sehr entscheidend, wenn du Jeans kaufst. Möchtest du deine Bluse oder Jeggings nähen, eignet sich ein Jeans mit einem Gewicht von 6 bis 8 oz. Möchtest du eine Jeansjacke oder eine (normale) Jeanshose nähen, würde ich zu einem Stoff mit einem Gewicht von 10 – 12 oz  greifen. Ab 13 oz wird es sehr schwer. Dabei handelt es sich um einen wirkliche dicken und schweren Stoff, der sich für robuste (Winter)Jeanshosen eignet. Dabei solltest du auch darauf achten, ob es ein Stoff mit Stretchanteil handelt oder nicht. Für eine Hose würde ich immer einen Stoff mit Stretchanteil wählen, da er einfach schöner sitzt.
  8. Auf die Zusammensetzung kommt es an – Schau in dein Lieblingsshirt und die andere Kaufkleidung aus deinem Kleiderschrank. Aus welchen Materialien besteht deine liebste Kleidung? Das kann dir besonders bei Modestoffen einen guten Leitfaden bieten.
  9. Vergleiche die Preise – Besonders wenn du einen bestimmten Stoff im Blick hast. Schau bei Dawanda und suche in kleinen Shops nach dem Stoff deiner Wahl. So bekommst du möglicherweise einen günstigeren Preis und unterstützt einen kleinen Händler, der sich wirklich über jede Bestellung freut. Damit möchte ich nicht sagen ,dass große Händler blöd sind, jedoch habe ich bei kleinen Shops oft schon echte Schätze entdeckt. Es lohnt sich auch dort zu schauen.
  10. Gib Polyester eine Chance – Polyester ist in Köpfen vieler noch immer die böse Stiefschwester unter den Stoffen. Doch das was einige sich unter Polyester vorstellen, ist lange nicht mehr so böse, wie es noch vor vielen Jahren war. Der chemisch riechende und sofort schweißtreibende Stoff hat sich weiterentwickelt und ist ein toller, günstiger und pflegeleichter Stoff geworden. Klick nicht gleich weg, wenn Polyester drauf steht 🙂

 

Es ist immer schöner einen Stoff direkt anfassen zu können. Solltest du aber einmal nicht die Möglichkeit haben, einen Stoff im Laden zu kaufen, nutzen dir diese Tipps hoffentlich sehr, um am Ende nicht enttäuscht zu sein. Denn Stoffe kaufen im Internet kann auch Spaß machen.

Hast du noch einen weiteren Tipp? Dann ergänze ihn gern in den Kommentaren. 🙂

Herzlichst

Eure Kira

 

 

 

 

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5 Responses
  • Julia
    März 3, 2017

    Hallo Kira, mir geht es wie Dir. Wer eher abseits der Großstadt wohnt und mal „eben schnell“ einen Stoff haben möchte, greift am Ende doch aufs Internet zurück. Ich habe mir angewöhnt, bei bestimmten Vorstellungen des Stoffes – sei es Qualität, Farbe, Beschaffenheit – mir erstmal Stoffproben zuschicken zu lassen. Manche Händler machen das umsonst und bieten das bereits auf der Webseite an, bei anderen muss man nachfragen. Eventuell zahlt man das Porto selbst, aber die Ausgabe ist gering im Vergleich zu einigen Metern Stoff, von dem man später enttäuscht ist.
    Vielen Dank für Deine Tipps! Gerade die mit dem Gewicht des Stoffes. Dafür muss man erstmal ein Gefühl entwickeln (oder die Erfahrung).
    Liebe Grüße, Julia

  • Katharina
    März 3, 2017

    Hallo Kira,
    Du sprichst mir aus der Seele. Auch bei mir ist die Auswahl an guten Stoffgeschäften recht bescheiden und die Auswahl an Stoffen, die man dort vorfindet, noch bescheidener…
    Ich habe es mir schon längst abgewöhnt, online ohne Gewichtsangaben zu bestellen. Das ist ein absolutes MUSS und die Online-Händler, die sich die Arbeit nicht machen, kommen für mich nicht in Frage. Ich achte da sehr drauf und habe mittlerweile schon ein gutes Gespür für die Angaben. Deine Informationen zum Thema Jeans finde ich sehr interessant, das war mir tatsächlich vollkommen neu denn so viel Jeans habe ich noch nicht bestellt.
    Ganz lieben Dank für Deine Mühe, Dein Artikel wird bestimmt sehr gut angenommen.
    Lieben Gruß
    Katharina

  • Katja
    März 3, 2017

    Es gibt Shops die Stoffproben anbieten
    Frau Tulpe sogar kostenlos;)

    • Kerstin
      Juli 4, 2017

      gute Zusatzinformation <3 Ich gehe oft in die Geschäfte. Hab jetzt das erste Mal im Internet bestellt und ich kam auf das gleiche Resultat = Vorfreude war groß. Ergebnis nicht wie Erwartet 😀 Aber es ist gut zu wissen, dass gewisse Shops auch Stoffproben bieten <3

  • Maike
    September 3, 2017

    Ich habe hier letztens bestellt http://www.rauffaser.de/musterservice Das schöne ist man kann bis zu drei kleine Müsterchen gratis bestellen. Super sind auch die Artikelbeschreibungen in denen viele Angaben wie zum Beispiel Einsatzzwecke für die jeweiligen stoffe beschrieben sind.

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