Schnitte von Burda – 10 Facts about Burda

Erfahrungen mit Burda

Was hast du für Erfahrungen mit Burda gemacht? Die Meinungen über Schnitte von Burda driften sehr weit auseinander. Einige sind von den Schnitten sehr begeistert und die Nächsten finden sie langweilig und doof.

Was wäre die Welt, wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten und immer das gleich gut fänden?

Natürlich habe auch ich schon einige Schnitte von Burda vernäht. Bisher habe ich unterschiedliche Erfahrungen mit Burda gemacht, die ich gern mit Euch teilen möchte.  Kommen wir zu meinen ganz persönlichen

 10 Facts about Burda :

  1. Burda ist nichts für Anfänger – Auch wenn auf einem Schnitt Easy drauf steht, sind die Beschreibungen und Markierungen immer anspruchsvoller, als in einer ausführlich bebilderten Anleitung.
  2. Beginne „klein“ – Auch, wenn du bereits Erfahrung hast, beginne zunächst mit einem „leichten“ Schnitt, um dich in die Schnitte rein zu fühlen.
  3. Lass dich nicht verunsichern – Probiere dich aus. Solltest du etwas unsicher sein, so fertige ein Testmodell aus einem günstigen Stoff an.
  4. Du musst die Burda Sprache sprechen – Zugeben, die Anleitungen wirken auch auf mich immer furchtbar kompliziert. Es werden so viele Wörter benutzt, die sehr fachlich sind. Wenn du dich jedoch erstmal reingearbeitet hast und erste Erfahrungen sammeln konntest, ist es kein Problem mehr.
  5. Entwickle deinen eigenen Flow – Wenn du bereits viele unterschiedliche Projekte genäht hast, entwickelst du mit der Zeit deinen eigenen Flow. Einige Dinge laufen ganz von allein. Das ist auch bei Burda von Vorteil. Manchmal ist ein Arbeitsschritt in der Anleitung  für dein Verständnis total kompliziert. Dann bekommst du es mit deiner Routine stressfreier hin. Dennoch ist es immer ratsam, vor Beginn die komplette Anleitung einmal zu lesen.
  6. Die Arbeitstechniken kennst du bereits – Am einfachsten ist es, wenn du die Arbeitstechniken bereits kennen lernen durftest. Zum Beispiel das Nähen einer Pattentasche oder eines Revers. Im Zweifel ist es ratsam Google oder YouTube vorab ausführlich zu befragen.
  7. Stoffe und Materialien sind dir nicht fremd – Du solltest dich mit Stoffen und Einlagen auskennen. Die Stoffwahl haucht deinem Projekt Leben ein. Es bestimmt, ob dein Kleid „business oder casual“ ist. Bei der Stoffempfehlung ist meistens nicht so viel beschrieben. Es wird angegeben, ob leicht fallen oder dehnbar. Meist war es das schon. Mit dem richtigen Stoff wird dein Projekt genau so, wie du es dir vorstellst.
  8. Schnitte kleben oder ausradeln ist dein Yoga – Meiner Erfahrung nach, sind die Download Schnitte immer sehr umfangreich. Das betrifft auch die Schnitte von anderen E-Book Erstellern. Bei Burda jedoch finde ich es besonders umfangreich. Aus diesem Grund greife ich lieber auf die Papier Schnitt zurück. Diese (Schande über mich) schneide ich dann einfach in meiner Größe aus. Die Burda Papierschnitte sind jedoch auf pergamentartigen Papier. Da das Papier so dünn ist, ist Vorsicht gefragt.
  9. Vorstellungskraft ist alles – Allzu oft wird kritisiert, dass Burda keine anschaulichen Bespiele liefert. Vieles wirkt nicht modisch, ja fast ein bisschen altmodisch. Burda bietet viele Klassiker. Vom Tweed Kostüm bis zur Abendrobe. Wenn du einen Schnitt suchst, wirst du hier sicher fündig. Was dann zählt ist deine Kombi aus Stoff und Accessoires. Nimm dir lieber die technischen Zeichnungen zur Hilfe, als die Modelbilder von Burda. Auch hier ist Erfahrung gefragt, probiere unterschiedliche Materialien und lass dich im Stoffladen deines Vertrauen beraten. Ich suche oft in Zeitschriften und Katalogen nach Beispielen. Aber auch Näh- und Fashionblogs sind eine tolle Quelle für Inspiration.
  10. Die Passform, die Passform – Last but not least das schwierigste Thema, die Passform. Dem Einen ist es zu groß, dem anderen ist es viel zu Eng. Wenn ich in die Burda Größentabelle schaue, finde ich mich in einem Bereich wieder, der so gar nicht zu meinem Gefühl passt. Dann entscheide ich mich trotz der Empfehlung für eine 38 doch für die 34/36 (meine Größe bei Kaufkleidung) und das Stück ist viel zu groß. Das ist schon sehr frustrierend. Mittlerweile weiß ich das und ändere die Passform entsprechend ab. Etwas enger machen ist in der Regel auch kein großer Aufwand. Du solltest jedoch bei deinem ersten Mal Burda (oder sonst ein Schnittersteller) mal sehen, wie die Schnitte passen. 36 ist auch nicht gleich 36. Die sehr weite Passform ist in aller Regel beabsichtigt, entspricht aber nicht meinem Geschmack.

Burda Modell 6633

Nun habe ich dir meine ganz persönlichen Facts about Burda vorgestellt. Da darf natürlich auch ein vernähter Schnitt nicht fehlen. Genäht habe ich hier das Modell 6633. Auf der Verpackung ist der Schnitt sehr „altbacken“ dargestellt. Doch mit etwas Vorstellungskraft habe ich eine sehr schöne Tunika gezaubert. Aber seht selbst 🙂

Schnittmuster: Burda Papierschnitt 6633 über Stoffe.de

https://www.stoffe.de/30-6633_tunika-burda-6633.html

Stoff: 100% Baumwolle, Hemdenstoff (glatte Oberfläche) vom Stoffmarkt in Hildesheim

Verlinkung: RUMS

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12 Responses
  • Fredi
    Dezember 8, 2016

    Ich hab mich grad bei Rums total über deinen Post gefreut! Ich dachte so: Ha, die kenne ich jetzt persönlich! 🙂
    Ich finde schön, dass du einen so positiven Burda-Post geschrieben hast. Ich habe bisher nur ein Kleid von Burda genäht und war so semi-begeistert.. aber du hast auf jeden Fall recht: die Möglichkeiten bei den vielen Schnitten sind so vielfältig, dass man sich einfach mal drauf einlassen muss. Ich mag es zwar meistens nicht, wenn man so wenig Fotos eines Modells findet und gar nicht beurteilen kann, wie diese oder jene Hose jetzt eigentlich von hinten aussieht… das schreckt mich dann meistens ab 😉
    Deine Tunika finde ich aber echt klasse, die steht dir super 🙂
    Liebe Grüße, Fredi

  • Jenny
    Dezember 8, 2016

    Die Tunika habe ich gestern in deiner Vorschau schon bewundert. Echt schön geworden und sehr professionelles Finish.

    Ich gebe dir in allen Punkten recht. Burda-Schnitte sind schon sehr professionell gemacht und die Anleitungen sind sehr technisch. Die Sprache ist dabei echt ein Problem. In der Maßschneiderinnen-Ausbildung haben wir mal für Burda genäht. Meine Chefin, eine Meisterin mit langjähriger Praxiserfahrung, ist gar nicht mit den Anleitungen zurecht gekommen. Letzten Endes haben wir es so gut nach den Anleitungen gemacht, wie wir es konnten, und den Rest nach eigenem Gutdünken.
    Ich arbeite heute noch ohne Anleitungen, weil ich vieles einfach im Workflow drin hab und selbst einschätzen kann und will, welche Reihenfolge der Schritte ich vornehme oder was ich für effizienter halte.

    Ich persönlich finde, dass die Burda Style manchmal ein bisschen arg viel Glam drin hat.
    Ich bin gespannt, wie es mit der BS weiter geht, jetzt, da ja Dagmar Billy gegangen ist (gegangen wurde?): http://meedia.de/2016/07/12/tiefe-einschnitte-beim-modemagazin-burda-style-chefredakteurin-dagmar-bily-verlaesst-verlag/

    Finde die Aussage der Burda-Sprecherin auch sehr… nichtssagend.
    Aber interessant, dass die Verkaufszahlen zurück gehen. BS ist eben nicht mehr der Platzhirsch auf dem Nähmarkt. Jahrelanges Ignorieren des Kundenfeedbacks hat vielleicht doch seinen Preis.

  • Katha
    Dezember 8, 2016

    Schön, mal was über Burda zu lesen!
    Ich habe schon häufig nach Burda genäht, auch schon bevor ich über die Bloggerwelt die ganzen Ebooks mit ausführlicher Fotoanleitung entdeckt habe. Burda ist für mich irgendwie professionell und vertrauenswürdig (im Vergleich zu manchen Ebook-Herstellern… so ist einfach mein Empfinden). Und ich muss sagen, ich mag viele Schnitte, aber du hast Recht, teilweise sind die Modellbeispiele auf den Fotos nicht wirklich gelungen…
    Und hatte bisher selten Passformprobleme. Zumindest nichts, was nicht recht einfach korrigierbar war.
    Ganz aktuell ist ja meine Lederjacke (http://bananenmarmelade.de/2016/10/genaeht-dunkelblaue-lederjacke/), die mich viel Mühe und Schweiß gekostet hat, aber ein absolutes Lieblingsteil ist. Und die sitzt einfach.

    Vielleicht sollte ich auch mal so einen Post schreiben, damit das hier jetzt nicht zu lang(-weilig) wird 😉 Ich kann gerade gar nicht aufhören zu erzählen… 😀

    Liebe Grüße
    Katha

  • Christine
    Dezember 8, 2016

    Liebe Kira,

    Deine Tunika ist echt ein gutes Beispiel dafür, dass man bei Burda viel Vorstellungskraft braucht. Das Bild auf der Packung finde ich auch eher langweilig, aber Deine Version ist richtig schön.
    Deine 10 facts kann ich fast alle unterschreiben. Die Anleitungen finde ich auch oft verwirrend und die Maßtabellen passen bei mir auch nicht so recht. Aber mittlerweile weiß ich, worauf ich achten muss, und am Ende kommen dann ganz gute Ergebnisse dabei raus.

    Schöne Grüße
    Christine

  • Lilo
    Dezember 8, 2016

    Danke für Deinen interessanten Bericht. Ich persönlich muss ja gestehen, dass ich von Burda bisher irgendwie immer enttäuscht war, also insbesondere von der Passform. Mit den Anleitungen bin ich im Prinzip klar gekommen, meine Werke waren aber ausnahmslos zu groß und nicht nur ein bißchen und auch bei Modellen, die ich für meinen Mann genäht habe, ging mir das so. Aber vielleicht muss man das wirklich einkalkulieren und da ganz anders ran gehen…. Deine Tunika ist jedenfalls sehr hübsch an Dir.

    Lg
    Lilo

  • Janine Fink
    Dezember 8, 2016

    Sehr schöner Blogpost! Ich bin, wohl auch altersbedingt, mit Burda mehr oder weniger groß geworden. Auch wenn es jetzt abgedroschen klingt in den 80igern und 90igern gab es kaum andere Schnittmuster zum Kaufen. Aber ich muss sagen, dass früher die Anleitungen wesentlich ausführlicher waren als heutzutage. Damals war jeder einzelne Schritt gut beschrieben und bebildert, das fehlt jetzt. Warum das geändert wurde, weiß ich nicht, aber dadurch hast du sicherlich recht, dass Burda-Schnitte nicht unbedingt anfängertauglich sind. Im Übrigen gefällt mir deine Tunika sehr gut und wie bei vielen Schnittmustern (nicht nur bei Burda) hängt vieles vom richtigen Stoff und von der individuelle Umsetzung ab, ob ein Kleidungsstück im Endeffekt gut aussieht. GlG Janine

  • Lisa Kantus
    Dezember 8, 2016

    Liebe Kira,

    Haben wir uns ja am Wochenende noch unterhalten drüber ☺

    Sehr schöner Bericht. Die Anmerkungen über Burda kann ich auch so wiedergeben.

    Die Tunika finde ich sehr klasse. Steht dir einfach super.

    Liebe Grüße aus Düsseldorf

    Lisa

  • Stephie
    Dezember 8, 2016

    Wirklich toll, was du aus diesem Schnitt gemacht hast – top modern und so locker lässig – hat einfach so gar nichts mehr mit dem verstaubten Designbeispiel vom Schnitt zu tun!
    Deine 10 Facts hätte ich mal lieber vor ein paar Jahren gelesen, als ich mich in meinen Anfängen blind auf jede Burda stürzte und natürlich annahm, dass die Easy Schnitte für mich und mein Können geeignet wären. Ich wurde eines Besseren belehrt und das Ende vom Lied waren viele Enttäuschungen und eine lange frustrierende Nähpause. Und auch heute noch tue ich mir schwer mit Burda, wir stehen weiterhin – trotz geglückter Projekte – auf Kriegsfuß und ich lasse meinen Blick lieber zu anderen Schnitten und Zeitschriften schweifen, auch wenn die Designs der Burda immer wieder ansprechend sind.
    Liebe Grüße
    Stephie

  • Manuela
    Dezember 8, 2016

    Ich mag Burdaschnitte eigentlich sehr gerne, auch die Zeitschriften oder gerade diese. Und die sind immer sehr modern, oft so modern, dass man Modelle erst in der nächsten Saison tragen kann ohne damit am Land seltsam auf zu fallen.

    Die Größentabelle von Burda ist ganz großer Mist und passt leider gar nicht zu den tatsächlichen Schnitten. Das ist schade, weil sie so vollkommen unbrauchbar ist. Kennt man seine Burdagröße aber erstmal, passen die Schnitte sehr gut.

    Ich nähe jetzt seit ich 14 bin nach den Heften und komm gut klar, ganz ohne Bilder. Würden sie die Tabelle jetzt ändern, ich würd wohl ganz schön auflaufen.

  • Julia Jamei
    Dezember 13, 2016

    Ich finde deine Tunika wahnsinnig cool. Dem Schnitt hätte ich ohne deinen Blogpost wohl kaum Beachtung geschenkt.
    Was du über die Burda Schnitte schreibst trifft es meiner Meinung nach auf den Punkt und sind auch mehr oder weniger die Erfahrungen, die ich selbst über mehrere Jahre hinweg gemacht habe.
    Am Anfang war es eine echte Hassliebe mit den Schnitten, aber jetzt macht mir auch die viel beschimpfte Passform nichts mehr aus. Ich muss zwar recht viel ändern, aber immerhin kann ich die gleichen Änderungen an allen Schnitten durchführen und es stimmt.
    Für den Punkt Nr. 4 mit der Burda-Sprache kann ich nur das Buch „Einfach Nähen“ empfehlen. Das kann man wie ein Wörterbuch zu den Schnittmustern verwenden und die Schritte sind bebildert.

    Liebe Grüße,
    Julia

  • Latina
    Oktober 12, 2017

    Burda ist und bleibt die beste Nähzeitschrift auf dem Markt. Burda ist immer sehr nah am Trend. Und wer keine Kreativität hat – sich also nicht vorstellen kann wie man einen Schnitt so abwandelt, daß er einem gefällt – der sollte sich ein anderes Hobby suchen. Knipmode, Ottobre etc. sind m.E. furchtbar altbacken und überhaupt nicht trendy.
    Die Paßform bei Burda finde ich prima, individuelle Figuranpassungen müssen immer gemacht werden – bei jedem Schnittmusterhersteller. Die Anleitungen sind verständlich und wer den Fachjargon nicht beherrscht der muß ihn eben lernen. Schneiderin ist ein Lehrberuf und Nähen kann man auch nicht in zwei Wochen. Nähen muß man lernen, man muß sich mit der Materie auseinandersetzen und das dauert eben seine Zeit. Nähen ist nicht zaubern. Nähen ist nähen und bedeutet nicht nur das schnelle zusammennähen von Schnittmusterteilen. Nähen bedeutet ausmessen – Körper und Schnittmuster, Schnitt an den eigenen Körper anpassen, exakt zuschneiden, heften wenns genau werden soll und dann nähen und die verschiedenen benötigten Nähtechniken dabei lernen und anwenden. Zaubern is nich.
    Und „jeder kann nähen“ stimmt auch nicht. Nicht jeder der einen Herd hat kann kochen, nicht jeder der eine Nähmaschine hat kann nähen. Talent braucht es halt auch und das hat nicht jeder.

Ich freue mich über deinen Kommentar zu meinem Blogpost

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